Neueste Artikel

ganges_panorama

AHYMSIN – Was ist das?

AHYMSIN ist die Abkürzung für Association of Himalayan Yoga Meditation Societies International. Dies ist ein weltweiter Verband von Zentren und Initiierten. Mahamandaleshwara Swami Veda Bharati, Schüler von Sri Swami Rama, inspirierte Initiierte aus aller Welt, sich durch AHYMSIN zu verbinden. Die offizielle Gründung fand 2007 statt in Rishikesh am Fuße des Himalaya, im Studienzentrum „Swami Rama Sadhaka Grama“. Seitdem dient Swami Veda dort als spiritueller Leiter für AHYMSIN.

Die Absicht des Dachverbandes AHYMSIN in Indien ist es, das Wissen in der Tradition der alten Meister des Himalaya über die Yoga-Meditation weiterzugeben und zugänglich zu machen, wie Swami Rama sie für uns westliche Menschen interpretiert hat. Die Aktivitäten dieses Verbandes beinhalten das Unterrichten in Yoga-Wissenschaft, Forschung zu betreiben und zu veröffentlichen zum Thema Yoga und verwandter Zweige des Wissens, außerdem sind sie wohltätig im Dienste der Menschlichkeit und Nächstenliebe. AHYMSIN ist ein in Indien eingetragener gemeinnütziger Verein. Wir laden Sie herzlich ein, das AHYMSIN Einführungs-Video zu sehen (in englisch):
http://www.youtube.com/watch?v=LrxLZw3z24s

Wir in Deutschland haben die Absicht, ebenfalls für diese Meditations-Tradition tätig zu sein mit Übersetzungen und Beiträgen, die allen Interessierten einen Zugang eröffnen und ein Leitfaden sein können auf dem spirituellen Übungsweg. Eine Liste mit Yoga-Schulen in Deutschland, die in dieser Tradition unterrichten, geben Suchenden eine Auswahl an Anlaufstellen, um persönlich unterrichtet zu werden. Außerdem wollen wir hier eine Art Treffpunkt schaffen, auf dem wir uns kennen lernen und uns gemeinsam unterstützen können.

Wir sind ehrenamtlich tätig und möchten das Wissen auf dieser Webseite unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Unsere Seite ist derzeit noch im Aufbau. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn Sie bestimmte Informationen noch vermissen, und sind für Ihre Anregungen offen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Himalaya 2013 594

Wie wir unsere Welt retten können

Es wird ständig darüber gesprochen, dass endlich etwas getan werden muss, und dass es so nicht weiter geht, was zur Zeit passiert mit unserer Welt, unserem einzigen Lebensraum. Und es bestehen Bedenken, ob es nicht schon zu spät ist, etwas zu ändern.

Aber es ist nicht zu spät. Wir haben diesen Lebensraum zur Verfügung bekommen, damit wir und unsere nächsten Generationen hier leben können, damit wir uns hier entwickeln und aneinander wachsen können. Für inneres Wachstum und spirituelle Entwicklung brauchen wir einen Lebensraum, der uns dabei unterstützt. Einen Lebensraum, in dem wir nicht um das Überleben kämpfen müssen, sondern in dem wir behütet und beschützt sind, damit wir uns edleren Dingen widmen können wie z. B. die Erarbeitung von Tugenden oder die Entwicklung von förderlichen Neigungen.

Daher ist es wichtig, diesen Lebensraum als solchen zu erhalten. Und wie können wir das tun?

1.   Die Welt auf äußerer Ebene

Betrachten wir doch einmal, wie wir Menschen auf dieser Erde in diese Situation gekommen sind.

1.1. Die Mächtigen

Für einige hat es sich ergeben, dass sie in Machtpositionen stehen. Sie haben die Macht an sich gerissen, oder sie wurde ihnen anvertraut. Bei diesen Menschen ist die Versuchung groß, immer mehr Macht an sich zu bringen, indem sie ständig mehr materielles Vermögen anhäufen. Das geht fast immer nur auf Kosten von anderen Menschen oder auf Kosten von anderen Lebewesen. Die Machtinhaber entfernen sich dadurch weiter von einem klaren Blick für die Bedürfnisse der Mitmenschen.

Oft sind die Menschen in Machtpositionen in der Annahme, besser und wichtiger zu sein und damit mehr beanspruchen zu dürfen als andere Menschen. Oberflächlich denken sie, sie tun den Menschen einen Gefallen, weil sie ihnen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Sie spielen die Rolle des Verantwortlichen für die Mitarbeiter. Nur leider ist derjenige, der keinen klaren Blick hat, gar nicht in der Lage, wirklich Verantwortung zu übernehmen. Die Größe der Klarheit erkennt man an dem Ergebnis seiner Handlungen: wie es den Menschen in seinem Lebensumfeld geht.

Darüber hinaus sei erwähnt, dass sich bestimmte Strukturen etabliert haben in der Bildung der Machtpositionen. Diese Strukturen entziehen den „normalen“ Menschen eine gesunde Basis für ein harmonisches Leben auf dieser Welt. Und nur deshalb sind viele abhängig von großen Firmen mit vielen Arbeitsplätzen. Es ist also eine konstruiertes Problem der Abhängigkeit und keine natürliche oder notwendige Situation. Letztlich schaden große Firmen der Umwelt. Sie sind ein Ergebnis von Machtgier.

1.2. Die „Opfer“ des Systems

Auch gibt es viele Menschen, die die Verantwortung für ihre Situation nicht selber tragen möchten, die sich als Opfer des Systems sehen. Sie geben allzu leicht und allzu gerne ihre Eigenverantwortung auf und möchten, dass andere für sie das Leben gestalten. Das ist ein Phänomen, das sehr weit verbreitet ist.

1.3. Die Lust auf Bequemlichkeit

Darüber hinaus ist eine allgemeine Bequemlichkeit überall präsent, die bis in die kleinsten Alltagssituationen hinein reicht. Mit fortschreitender Industrialisierung wurden ständig mehr Dinge entwickelt, um unser Leben leichter und bequemer zu machen. Das meiste davon ist von Anfang an nur möglich durch Ausbeutung anderer Menschen, Lebewesen oder von Rohstoffen.

Diese leicht zugängliche Bequemlichkeit wurde eine tiefe und feste Gewohnheit. Die kleinsten täglichen Entscheidungen tendieren überwiegend in die Richtung, Mühe und Anstrengung zu vermeiden und kurzfristig Genuss zu bringen. Diese Gewohnheit hat sich über die Jahrhunderte so gefestigt, dass uns diese Lebensart selbstverständlich geworden ist.

1.4. Vergeudung von Potential

Es gibt auch „gute“ Erfindungen, die nicht auf Ausbeutung basieren. Diese könnten wir dazu nutzen, um sinnvoll tätig zu sein zum Wohle der Gemeinschaft und der inneren Entwicklung. Doch was tun wir mit der Zeit, die wir durch all die Erleichterungen zur Verfügung haben? Was tun wir mit dem Körper, der dadurch geschont wird? Er verkommt genau wie der Geist, degeneriert durch Müßiggang und dem steten Streben nach Sinnesbefriedigung. Können wir so ein erfülltes Leben erlangen? Können wir so wirklich glücklich werden? Die Befriedigungen sind nur von kurzer Dauer. Schnell stellt sich Überdruss und Langeweile ein, begleitet von Frustration und einem Gefühl, dass irgend etwas nicht wirklich gut ist.

2. Die Welt auf innerer Ebene

Weiter hat unsere Einstellung zum Sinn unseres Lebens uns in diese Klimasituation gebracht. Da sind die Meinungen gespalten. Die einen glauben, dass es einen Sinn gibt, warum wir hier sind auf dieser Welt. Die anderen glauben, dass alles nur ein Zufall ist. Wieder andere wissen nicht so recht, was sie glauben sollen.

2.1. Die Theorie der Sinnlosigkeit

Wären wir Menschen zufällig durch die Evolution entstanden wie Tiere, würden wir im großen Veränderungsfluss der Evolution auch aussterben wie Tiere. Das wäre dann auch nicht weiter schlimm, so wäre es dann halt. Dann würden wir genau so weiter machen wie bisher, die Hoffnungslosigkeit in der Welt würde wachsen, wir Menschen würden in immer größeren Schritten einem Abgrund entgegen gehen, bis es die Menschen nicht mehr gäbe.

Nur wenn das alles ohne Sinn, wenn alles sinnlos ist, warum gibt es dann etwas in uns wie Liebe und Herzenswärme? Warum gibt es Ängste in den Menschen und Schmerz? Warum haben wir ein Gewissen und spüren Sehnsucht? In all diesem liegt etwas verborgen, das über das hinaus geht, was wir mit den Händen begreifen oder mit den Augen sehen können. Es gibt mehr als diese „materielle“ oder „äußere“ Welt. Es gibt einen Grund, warum Du auf Dein Herz zeigst, wenn Du auf Dich selbst zeigst! Diese Geste ist die gleiche in allen Kulturkreisen!

Wer das Dasein auf das Äußere reduziert, findet dort nicht den Sinn des Lebens. Der liegt in uns, in jedem von uns. In den Dingen, die hinter den materiellen Dingen liegen. Wir müssen in uns hinein spüren und die Wahrnehmung nach innen richten, um das zu erkennen.

2.2. Die Theorie der Sinnerfülltheit

Die Menschen würde es weiter geben, auch nach einer Klimakatastrophe. So schnell sterben wir ganz bestimmt nicht aus. Das Elend wäre nur größer! Es gibt einen tieferen Sinn unseres Daseins. Und dieser ist nicht erfüllt, indem wir uns vernichten. Wir werden weiter existieren, bis er erfüllt ist. Nur wie wir leben weren, die Qualität unserer Umgebung, die müssen wir selbst gestalten.

Was ist der Zweck unseres Dasseins? Warum das Ganze? Die Religionen und Philosophien beschäftigen sich damit. Das ist auch Inhalt der Yoga-Wissenschaft, sie ist praktisch die Wissenschaft von unserem Dasein. Das WARUM ist ein tiefes Mysterium, das Wissen darum erfordert Erkenntnis, die hier nicht so eben vermittelt werden kann. Das im tiefsten zu erkennen erfordert Übung, Hingabe, Geduld und Inspiration.

Aber die Erkenntnis um das WARUM ist letztlich uns allen zugänglich. Wer es erkennen möchte, wird es sehen. Wir müssen es aber nicht in der ganzen Tiefe verstehen, um eine Notwendigkeit für Änderungen in dieser Welt zu erkennen. Es reicht schon Respekt vor der Schöpfung, und es ist eine Sache der Dankbarkeit, dass es uns verhältnismäßig gut geht und dass wir die Möglichkeit haben, uns ein gutes unmittelbares Lebensumfeld zu schaffen.

3. Die Brücke in eine bessere Zukunft

Was können wir nun konkret tun?

3.1. Die Vielzahl der Menschen

Wir sind mittlerweile sehr viele Menschen auf dieser Welt, und das muss irgendwie organisiert und gestaltet werden, um ein friedliches Leben zu ermöglichen. Es muss folglich Menschen geben, die diese große Zahl an Menschen organisieren. Nur wenn die Motive dieser Gesellschafts-„Organisatoren“ nicht im Einklang mit unserem wirklichen Daseins-Sinn sind, dann kann auch das Leben in diesen Gesellschaften keine guten Voraussetzungen schaffen für die Erfüllung dieses Sinns. Wenn die Motive Gier, Macht, Egozentrizität, Streben nach kurzfristigem Genuss usw. sind, hat das, wie oben schon beschrieben, das Elend zur Folge.

Daher ist es unerlässlich, dass besonders unsere Führungspersönlichkeiten ein Verständnis entwickeln, das weit über Gier etc. hinausgeht; das auch das mit einbezieht, was nicht mit Händen berührt oder mit Augen gesehen werden kann!

3.2. Die Notwendigkeit, sofort zu handeln

Es wird teilweise argumentiert, die Welt hätte schon immer Klimawandel gehabt, es seien schon immer irgendwelche Tier- und Pflanzenarten ausgestorben und neue entstanden. Was wir zur Zeit auf diesem Planeten erleben, steht allerdings in keinem Verhältnis dazu. Es sterben drastisch schnell zu viele Arten aus, so dass ganze Ökosysteme kollabieren. Die Veränderungen sind zu schnell, dass dafür neue Arten entstehen könnten, um ein Funktionieren zu gewährleisten.

Unsere Ernährung und unsere Atemluft sind aber abhängig von den bestehenden Ökosystemen. Es muss schnell gehandelt werden, weil mit jedem Aussterben ganze Kettenreaktionen in Gang gesetzt werden, die unglaublich weite Ausmaße haben. Je schneller wir den schon nicht mehr großen Restbestand an Artenvielfalt schützen, desto milder werden die Veränderungen sein, die eh schon auf uns zukommen. Ihr immenses Ausmaß ist noch gar nicht vollständig erkannt. Es ist gruselig, sich dem Wissen, das bereits da ist, zu stellen und sich einzugestehen, dass man selber auch verantwortlich dafür ist.

3.3. Was Du tun kannst

Genau wie ich und wie jeder andere musst Du anfangen, die Verantwortung jeder einzelnen Deiner Handlungen selbst zu übernehmen. Du bist verantwortlich für den Zustand unseres Planeten!

Führe ein sinnvolles Leben und strebe nach den inneren Schätzen, die in Dir liegen! Die Inspiration, die Wahrheit, die Liebe, das Verständnis, das Glück. Entdecke die Schönheit in der Bescheidenheit! Das macht einfache Dinge zu etwas Besonderem, so dass Dein Leben etwas Besonderes wird.

Halte immer wieder inne, um in Dich hinein zu spüren und Deine wahre innere Führung zu entdecken, die Dir geschenkt ist, die in Dir liegt! Und beginne jetzt sofort! Mit jeder kleinsten Entscheidung in Deinem Alltag gestaltest Du unser Leben, unseren zukünftigen Lebensraum. Viel Wissen, das dafür nötig ist, hast Du schon!

Auf diese Weise ändere Deine Gewohnheiten! Beginne klein, und wachse weiter! In jedem Moment neu, und immer wieder! Hänge nicht an dem, was war, und sei bereit, etwas wundervolles Neues zu entdecken! Lass Dich darauf ein!

 

Birgit Maes

swami_veda_bharati

In tiefer und berührender Erinnerung an unseren geliebten Lehrer Swami Veda Bharati

Swami Veda Bharati hat heute früh, am Dienstag, dem 14. Juli 2015, um 3 Uhr früh indischer Zeit seinen Körper verlassen.

 

„Ich werde nackt in den Flammen der Sonne tanzen, mit meinen Armen weit geöffnet, das Universum umarmend, werde ich aufsteigen in die Himmel.

Das blaue Meer des Kummers ist nicht mehr für mich. Das Orange des Lichtes der Morgenröte wird mich nicht willkommen heißen in meinem eigenen Land. Ich werde mein Haar schmücken mit allen Sternen,

und die Planeten werden meine Trittsteine sein  über dem schmalen Strahl des Raumes. Meine Hochzeitsnacht ist gekommen, und es gibt keine Schleier mehr für mich.

Ich werde in den Armen meines Geliebten liegen, wenn ich meines kosmischen Tanzes müde bin,

und das Zwielicht der Grenzen dieses Universums flüstert leise in meine Ohren mit einem Lächeln, dass ER wartet, und die Stunde der Vereinigung nahe ist!

Ich bin eine Jungfrau des Himmels, Sterbliche. Lebt wohl, meine Flügel sind mir wieder gewachsen!

Es war ein Glücksfall, dass Ihr mich nicht erkannt habt, als ich zwischen Euch gefallen bin und meine Gliedmaßen in Scham gekleidet habe, mich in Scham verkörpert habe, mich mit dem Körper versteckt habe in Scham,

damit Ihr mich nicht mit den goldenen Ketten Eurer Wünsche bindet.

Lebt wohl, meine Gastgeben auf Erden; wieder befreit, habe ich mich bloß gelegt.

Lebt wohl, Ihr Sterblichen. Meine Flügel sind mir wieder gewachsen!“

Swami Veda – Auszug aus seinem neuesten Buch „Kundalini – Stilled or Stirred?“

not-lonely

Warum an Einsamkeit leiden

Geschrieben von Swami Veda

Warum an Einsamkeit leiden,
wenn du göttliches All-eins-Sein genießen kannst?
Warum an Einschränkungen leiden,
wenn du im meditativen Inneren deines Herzens Freude erleben kannst?
Warum in die Schatten unterm Baum schauen,
wenn Licht durch seine Blätter scheint?
Warum dir Feinde schaffen, wenn du Freunde haben kannst?
Warum hassen, wenn du lieben kannst?
Warum weinen anstatt zu lachen?
Ändere deine Hürden in Segen.
Ändere deine Tränen in Lächeln
durch Liebe, Vertrauen und Verständnis.
Wenn du auf dem Grund deiner Einsamkeit und deines Alleinseins meditierst, deiner Tränen und deines Lächelns,
wirst du einen Strahl göttlichen Lichts finden, der durch dich hindurch fließt und die festgewordene Dunkelheit des Lebens hinwegschmilzen lässt.
Sieh in die Sonne von heute an,
und nimm das Licht und die Herrlichkeit in deine Seele hinein.
Möge das Strahlen deiner Seele die ganze Welt berühren.

übersetzt von Sabine Strätger

IMG_1603

Internationaler Yoga-Tag am 21. Juni

von Swami Veda Bharati, veröffentlicht am 24. Mai 2015

Dies ist für die geliebten Manifestationen des Göttlichen Atman in Yoga,
mein liebes Selbst,
Ich erweise meine Ehrerbietung den Gründern, den Heiligen und den Sehern aus der Lehrer-Linie, durch deren Mitgefühl, Intuition und Einsicht dieses unendliche Wissen zu uns kam, zu unserem Segen und zu unserem Wohl genau jetzt in unserer fortlaufenden Geschichte der spirituellen Entwicklung der Menschheit.

Ein Beispiel, das aktuellste Beispiel…
Kurz nachdem Herr Narendra Modi zum Premierminister von Indien gewählt wurde, richtete er eine Absichtserklärung an die Vereinten Nationen, dass es einen Internationalen Yoga-Tag geben sollte. 177 Nationen sprachen sich dafür aus, was noch nie da gewesen war. So kam es, dass jährlich der 21. Juni  zum Internationalen Yoga-Tag erklärt wurde.

An diesem Tag sollten alle sich zusammen tun, die in ihrer Suche dem inneren spirituellen Kern des Yoga folgen, in welchem Zweig des spirituellen Yogas auch immer, um ihre inneren Erfahrungen auszutauschen, um über den Fortschritt ihrer Suche nachzudenken, und um in einer Stimmung tiefer Stille zu sein.

An diesem Tag lass all diejenigen zusammen meditieren, die sich an die uralten Systemen des Yoga halten, wie sie gelehrt wurden von den Sehern. Meditiert mit Körper, Geist und „Seele“.

Was kann Yoga uns geben?

Hier ein Beispiel, was erst vor kurzem geschah: Normalerweise sind Politiker im Wahlkampf in extremer Aufregung an dem Tag, an dem die Wahlergebnisse verkündet werden. Sie hängen am Fernseher, telefonieren überall hin und so weiter. Der derzeitige Premierminister von Indien, der ein von einem Swami Initiierter ist, erwartete die Wahlergebnisse am 16. Mai 2014. An diesem Tag schaltete er den Fernseher nicht vor 12 Uhr mittags ein; er saß nur alleine da in Meditation. Das ist der Weg eines Meditierenden. Und das ist es, was Yoga uns gibt: höchst erfolgreich zu sein und dabei ruhig zu bleiben.
Als er die Vereinigten Staaten von Amerika besuchte, war das in einer Zeit des heiligen Fastens. Er hatte ein hektisches Programm. Mehrmals traf er sich mit Präsident Obama, gab beeindruckende öffentliche Ansprachen, auch die Ansprache im Madison Square Garden, und alles während des Fastens. Seine ungebundene Energie inspirierte alle; jeder fragte sich, wo seine Energie und sein Magnetismus herkamen. Die Quelle dessen ist Yoga und Meditation.
Dies ist nur ein aktuelles Beispiel. Eine Abbildung dessen, was Yoga uns geben kann, während wir hier in dieser Welt leben. Das ist nur eine Darstellung.
Sag nicht: „Ich kann nicht meditieren, weil ich so damit beschäftigt bin, Erfolg in dieser Welt zu haben“! Verfolge ein Ziel und erreiche es, aber sei nicht gestresst davon.

Was ist dieses Yoga? Was ist es? Was sind die Zeichen von einem, der Yoga übt?

Über den ersten Vers der Yoga-Sutras von Patanjali schreibt Vyasa, der erste und noch immer führende Heilige Kommentator:

Yogah samadhih
Yoga (bedeutet) Samadi.

„Yogah samadhihi“ steht außerdem im Logo unserer Organisation AHYMSIN – der Vereinigung der Verbände der Himalaya Yoga Meditation, international – mit ihrem Hauptsitz im Swami Rama Sadhaka Grama in Rishikesh.
Der authentischste alte Text des Yoga spricht davon in diesem Sinne. Der authentischste alte Text des Ayurveda, Charaka-samhita, sagt:

Yogo moksha-pravartakah
Yoga ist das, was einen antreibt zur spirituellen Befreiung (moksha)  und sie schließlich auch gewährt.

Sharira-sthana 1.137

Bitte präge Dir diese beiden Definitionen ein und mache sie allen bekannt, die den Pfad des Yoga betreten, durch welche Zufahrt auch immer.

Yogah samadhih (aus dem Text über Yoga)
Yogo moksha-pravartakah (aus dem Text über Ayurveda)

Die großen Werke des Yoga wurden geschrieben – wir wissen nicht, in wie vielen tausenden von Jahren, wir wissen nicht, in wie vielen verschiedenen Sprachen. Ich wähle einfach mal einen klassischen Text in der Kannada – Sprache, einer südindischen Sprache: Shunya-sampadane. Der Titel dieses Textes bedeutet Erfüllung, Fertigstellung, Perfektion in shunya, der unendlichen Leere.

Hier in der Shunya-sampadane lesen wir über den Großmeister Allama Prabhu:

Allama Prabhu betritt Animishadevas Meditationskammer und nimmt die Gegenwart eines anderen Meisters war. Die folgenden Sätze beschreiben die Erfahrung des Großmeisters:

Sein körperlicher Verstand aufgelöst;
Sein Wille zur Ruhe gekommen in Willenlosigkeit;
Sein Auge gehalten in Beständigkeit;
Sein Sehvermögen erloschen;
Seine Wimpern ohne Blinzeln;
Sein Bewusstsein stabil;
Seine Unruhe aufgelöst durch die Wahrnehmung seiner selbst;
Seine Wahrnehmung „des Anderen“ beendet;
Der Abstand zwischen dem Konzept „zwei“ verschwunden;
Sein Selbst wurde zum Selbst in allen;
Alle seine Impulse zu einem Punkt gebracht, in dem der Geist zu nichts schwindet;
Ihm selbst zur Vollendung gebracht die Bedeutung der Doktrin

„Das Nichts (shuyynya) oben
Das Nichts unten an der Basis,
Das Nichts im Zentrum“

Frei von Fehlern;
Absolut frei von geistigen Erscheinungen —
Dies sind die Merkmale von jemandem, der in Samadi ist,
Geworden zu einem Abbild, das von der Trance der Wirklichkeit absorbiert wurde.

Shunya-sampadana, erste Upadesha, vachana 19

(ins Englische übersetzt von S. C. Nandimath, L.M.A.Menezes, R.C. Hieremath)

Dies ist kein buddhistischer Text. Es ist der echteste, der älteste, und der wichtigste Text der Karnataka Shaiva / Shiva Tradition. Der Text beschreibt den Zustand von shunya und erklärt die Bedeutung in diesem Sinne. Die Übersetzung ist nicht von mir. Einen herzlichen Dank an jene, die freundlicher Weise diesen Text zugänglich gemacht haben.

Kontempliere über diese Verse, lese sie, höre sie wieder und wieder.

Dann frage:
Wie weit sind wir in unserer alltäglichen Übung entfernt von diser Definition und diesem Ziel, und wie weit weicht unser Verständnis von Yoga davon ab?

Ich zitiere aus einer anderen Quelle, dieses Mal aus einer buddhistischen Niederschrift:

Es gab einmal einen griechischen König namens Menandros (in griechisch; Menander in Englisch, Milinda in Pali, 165/155 – 130 v. Chr.), der über einen Großen Teil Südasiens regierte, vom Fluss Kabul in Afghanistan bis zum Fluss Ravi im heutigen Punjab in Pakistan. Es gibt einen Text in der Pali-Sprache (die Sprache, die Buddha sprach), in dem ein Gespräch zwischen Menandros und dem buddhistischen Mönch Bhikkhu Nagasena festgehalten wurde. Der Text wird Milinda-panha genannt (ein Pali-Text mit dem Titel „Die Fragen des Milinda“).

 Im 6. Kapitel fragt der König den Mönch, welche Qualitäten sich in dem offenbaren, der Yoga übt. Der Mönch antwortet, indem er 179 Qualitäten darstellt, die sich in einem zeigen sollten, der Yoga übt. Dies stellt er da in Gleichnissen, Wesen oder Objekten, die mithilfe einer Liste von 67 Existenzen aufgezeigt werden.

Eine weitere Aufzeichnung des Dialogs zwischen einem griechischen König und dem Buddhistischen Mönch Bhikkhu Nagasena wurde ebenfalls übersetzt vor einigen Jahrhunderten, in einer kürzeren Fassung in Chinesisch.

Von diesen 179 Qualitäten zählen wir nur die fünf Qualitäten des Meeres auf. Erlaube mir, den Text zu übersetzen. Der Suchende möge Pali lernen (eine jüngere Schwester des Sanskrit), um in den Genuss des ganzen Dialogs zu kommen. Viel Spaß dabei!

 

Also hier sind nun die fünf Qualitäten des Meeres, die in dem gefunden werden, der Yoga übt. Der Mönch sagt dem griechischen König folgendes:

Jemand, der den Übungsweg des Yoga beschreitet, hat fünf Qualitäten des Meeres.

1. Das Meer behält einen toten Körper nicht sehr lange als solchen. Also verweilt der Yoga Übende nicht bei den Fehlern wie bei der Anziehung und Verlockung, der Abneigung, dem Stolz, der Selbstverehrung (dies an die Yoga-Lehrer), der Angeberei (d. h., ein großer Yogikönig zu werden, wenn Du noch nicht einmal ein Schüler geworden bist), außerdem bei den Fehlern Eifersucht, Neid, Bosheit, Betrug, Unaufrichtigkeit, Rauheit, schlechtes moralisches Benehmen und Kummer.

2. Obwohl das Meer Perlen und viele andere Kostbarkeiten in sich trägt, hält er sie verborgen. So sollte sich der Yoga Übende ebenfalls verhalten, wenn er in sich die Juwelen entdeckt wie den richtigen Weg, die Früchte der Übung, Meditation, Samadhi, Vereinigung, Einsicht, Weisheit usw. Das alles sollte man für sich behalten und nicht zur Schau stellen.

3. Das Meer bewahrt eine Verbindung mit der größten aller Kreaturen. Also sollte der Yoga Übende ebenfalls in der Gesellschaft eines großen Mönches bleiben, der auch bestimmte Qualitäten in sich etabliert hat: Er sollte jemand sein, der sehr wenig begehrt, der zufrieden ist, mit einer festen Stimme spricht, der ein reines Benehmen vorweist, bescheiden und sanft ist, tief, ehrwürdig und sprachgewandt, jemand, der eifrig ist und Lastern abgeneigt ist, der den Grundsätzen anderer zuhört und selber grundsätzliche Prinzipien aufzeigt, jemand, der etwas erklären kann und zum richtigen Weg führen kann, der in anderen eine Haltung der Hingabe und Begeisterung hervorrufen kann durch seine Erzählungen über dharma, dem Lebensweg, und jemand, der wohltätig ist.

4. Wie das Meer die Wasser tausender Flüssen genauso empfängt wie die Wasserströme aus den Wolken, und dennoch seine Form nicht verändert, so sollte der Yoga Übende, der Unterstützung, Respekt, Ehrerbietung und Auszeichnungen empfängt, die Form seiner Grundprinzipien nicht verändern.

5. Wie das Meer die Wasser tausender Flüsse genauso empfängt wie die Wasserströme aus den Wolken, und dennoch niemals so voll wird, dass es nichts mehr aufnehmen könnte, so sollte der Yoga Übende niemals zu satt und voll sein zu lernen, sich über dharma zu unterhalten, anderen zuzuhören, die über ihre Prinzipien erzählen, über diese nachzudenken, sie zu untersuchen, und Philosophie und Heilige Texte in ihrer Tiefe zu studieren.

 

Mögen diese 179 Qualitäten sich in Dir noch in diesem Leben entwickeln! Sei tüchtig!

 

Anbetungsvoll widme ich diese Betrachtungen meinem Gurudeva Swami Rama aus dem Himalaya, und allen in dieser Traditions-Linie, die er unterwiesen hat, und den Sehern und Heiligen, die die Wissenschaft des Yoga gegründet haben, empfangen in tiefster Meditation.

Ich wünsche allen Übenden und Teilnehmern von Yogaereignisses wie diesem, dass sie im Yoga erfolgreich sind.

Yogo vah sa-phalee-bhooyaat
Möge Dein Yoga erfolgreich sein.

(Der Aufbau des Verbs ist hier in einer Form im Sanskrit, die die segnende Form meint.)

Ich lade Dich ein in unser Ashram an den Ufern des Heiligen Flusses Ganges, wo sich schon seit tausenden von Jahren Yogis in Stille und Anonymität aufhalten und auf die warten, die vorbereitet sind und sich verdient gemacht haben.

Und aus einer anderen Tradition…

Wenn die Koreanischen Buddhisten jemandem Lebewohl sagen, dann sagen sie:

Mögest Du erleuchtet werden.

Damit geh in Stille. Betrete den Tempel der Göttlichkeit, der dein fünflagiger Dreifachkörper ist, und erfahre die Ruhe, die Stille des Geistes. Beruhige den Geist, entspanne Deine Stirn.
Bring Deine Aufmerksamkeit zum Fühlen Deines Atems, empfange das Geschenk des Atems in Dankbarkeit, Bescheidenheit und Ehrfurcht.
Fühle das Fließen und die Berührung Deines Atems in Deinen Nasenlöchern. Atme sanft, langsam und weich, ohne ruckartige Bewegungen, ohne ruckartige Bewegungen im Geist, ohne ruckartige Bewegungen in Deinem langsamen, sanften, weichen Atem.
Nimm welchen Namen auch immer von Gott oder der Göttlichen Mutter, wie es üblich ist in Deiner Religion oder Tradition – nicht in den Mund, nicht auf die Zunge…
Fühle nur das Fließen und die Berührung des Atems in der Nase, und mit dem Ausatmen denke Diesen Namen, und mit dem Einatem denke Diesen Namen.
Diejenigen, die ein persönliches Mantram durch Initiation erhalten haben, mögen dieses Mantram oder den Namen Gottes oder der Heiligen Mutter verwenden, wie es Deinem Glauben entspricht. Und wenn Du keinen solchen Glauben hast, denke mit dem Ausatmen „eins“, mit dem Einatmen „zwei“.
Fühle das Fließen und die Berührung des Atems in den Nasenlöchern mit Diesem Namen in Deinem Geist fließend…
Fahre fort mit dem sanften, weichen Fließen…
Keine ruckartigen Bewegungen, kein Atmen zwischen den Atemzügen. Beobachte, wie Dein Geist, der Name und der Atem zu einem einzigen Strom des Bewusstseins werden… fließe in diesem Strom…
Ohne Dein Bewusstsein von Deinem Fließen in diesem Strom des Bewusstseins zu lösen, öffne sanft Deine Augen, aber lass das ruhige Fließen Deines Geistes, des Reinen Namens, des Atems sich verbinden in Bewusstsein; fahre fort zu fließen, auch wenn Deine Augen geöffnet sind.
Beschließe in Deinem Geist, Deinen Geist auf diese Weise zu beruhigen, viele viele Male am Tag.
Möge Dein Yoga erfolgreich sein! Mögest Du erleuchtet werden!

übersetzt von Birgit Maes

 

 

Sorglosigkeit

Sorgen machen

„Sich Sorgen machen ist eine selbstgemachte Krankheit. Du hast dir dein ganzes Leben lang Sorgen gemacht und trotzdem bist du noch am Leben. Wenn du zurückblickst, wirst du festellen, dass deine komplette Vergangenheit von Sorgen erfüllt war, und trotzdem lebst du noch und und kannst lächeln. Aufgrund dieser Erfahrung kannst du dich selber dazu bringen, dich von Sorgen nicht mehr beeinflussen zu lassen. Sorgen rauben dir Energie. Beunruhigt sein ist wie ein Auto das fährt, aber nirgendwo ankommt. Dein Geist grübelt, aber es kommt nichts dabei heraus. Es gibt Leute, die sich gerne Sorgen machen. Sie haben das Gefühl, wenn sie keine Sorgen haben, hat das Leben keinen Zweck.

Die Gedanken zu kontrollieren, meint nicht Trägheit oder Wunschlosigkeit. Gedankenkontrolle macht dich kreativ, ausgeglichen und geschickt. Sie kann dich nicht vom Grübeln abhalten, aber sie kann dir helfen, es zu kanalisieren und umzuwandeln. Niemand könnte behaupten, er würde sich keine Sorgen machen, aber manch einer kann sagen, na klar, habe ich Sorgen, aber ich erlaube ihnen nicht mir zu schaden. Wenn du dir dauernd Sorgen machst, kann du nichts richtig genießen, nicht den Schlaf, Sex, Essen oder sonst irgendwas. Du kannst nicht mal dein Dasein genießen. Du solltest lernen, alles mögliche zu genießen, indem du den Sorgen nicht erlaubst dich zu bedrängen. Wenn du etwas machen musst, tu es einfach, aber trage es nicht die ganze Zeit in Gedanken mit dir herum. Das ist wirklich eine sehr schädliche Angewohnheit.“

Swami Rama, Samadhi the Highest State of Wisdom: Yoga the Sacred Science
übersetzt von Sabine Strätger

IMG_1691

Yoga und die Kampfkunst

Swami Tat Sat gibt ein Seminar über „Yoga und die Kampfkunst“:
15. bis 27. Oktober 2015 im Ashram Swami Rama Sadhaka Grama (SRSG) in Rishikesh, Indien.

„Was ist das Grundprinzip von Karate und Kung Fu? Aufmerksamkeit, einfach nur die Aufmerksamkeit. Du lässt Deinen Geist nicht weg wandern, einfach nur der zielgerichtete Geist.“ – Swami Rama

„Die Yogis haben alle Kampfkünste Indiens erfunden, und sie führen sie auch weiterhin aus. Es gab keinen größeren Kriegskunstexperten als Swami Rama aus dem Himalaya.“ – Swami Veda Bharati

Swami Tat Sat übt Yoga seit 1980 und ist ein Schüler von Sri Swami Rama aus dem Himalaya und von Swami Veda Bharati. Er  praktiziert Aikido seit 1973 und trägt den 7. Dan. Außerdem war er Schüler von Meister Tada Hiroshi, 9. Dan Aikido, und anderen hochrangigen japanischen Aikido-Meistern.

Diese Veranstaltung wird in Englisch gehalten, Mehr Informationen über Swami Tat Sat Bharati finden Sie unter beardi.com/

Er ist außerdem Initiator und ein Mitglied von AHYMSIN Adhyatma Samiti, dem spirituellen Komitee von AHYMSIN. Er lebt in Berlin, Deutschland, und ist gründer und Direktor des Instituts für Yoga & Aikido, wo Yoga in der Tradition von Swami Rama unterrichtet wird. Bevor er Swami wurde, hieß er Ingo  Beardi.

Die Kosten belaufen sich auf die Unterbringung und Bewirtung im Ashram und eine wohlwollende Spende für den Unterricht.

Anmeldung unter http://ahymsin.org/main/ahymsin-office.html

übersetzt von Birgit Maes

samadhi

Ich hätt‘ so gern Samadhi

„Oh, ich sitze hier in einer schönen Körperhaltung.
Sieh nur, wie gut ich das mache.
Räucherstäbchen duftet.
Kerze brennt.
Ich hab‘ Visionen.
Ist das nicht Samadhi?“
„Nein, Samadhi ist das nicht.
Samadhi ist nicht hier in diesem Zimmer.
Diesem Körper. Diesem Geist. Samadhi
gibt es gar nicht.“
– Swami Rama zu Doug Boyd in dem Buch Swami, S.33

Kann ich Samadhi erlangen? Kann ich Samadhi 2024 erlangen? Oder jetzt gleich?
Dies wird das Thema des Sangha-Treffens vom 21. bis 26. Februar 2016 sein.

Seit meiner Kindheit habe ich von den Yogis gehört und gelesen, dass man nach drei Stunden und 36 Minuten Samadhi erreicht, wenn man nur absolut still sitzt, ohne die allergeringste Bewegung. Gurudeva Swami Rama hat das ebenfalls mehrere Male bestätigt.

Ich kann mir vorstellen, dass einige, die das lesen, jetzt versuchen werden, still zu sitzen mit der Absicht, ‚ich will mich drei Stunden und 36 Minuten nicht bewegen‘. Aber nach 25 Minuten fängt schon die Nase fürchterlich an zu jucken und das Knie zu zerren, und puh, jetzt muss ich auch meinen Geist kratzen. ‚Oh, heute hat’s nicht geklappt, ich probier’s morgen wieder.‘

Die Frage ist nicht, ‚kann ich Samadhi erlangen?‘, sondern was ist zu tun, um drei Stunden und 36 Minuten still sitzen zu können.

Eine Massage für dein Knie oder eine Juckreiz lindernde Salbe helfen nicht – allein ein ‚suave‘ (‚lieblich‘, das Wort wird hier im französischen und italienischen Sinne genutzt) Geist ist nötig.

Mehr Einzelheiten gibt es während des Sangha-Treffens 2016.
Wir werden auch mit Übungen beginnen, damit du diese juck- und zerrungsfreie Meditation machen kannst. Es wird

  • Vorbereitungssessions geben und
  • langes Sitzen und Meditationen.

In der Zwischenzeit Hausaufgaben:

  • Mach weiter mit der Fünf-Jahres-Übung von 2013.
  • Versuche 21 Atemzüge, oder soviel du kannst, ohne Pause zwischen Aus- und Einatmen
  • Massiere täglich kräftig deine Beinmuskeln von der Hüfte bis zu den Zehen mit Öl, damit du lange sitzen kannst.
  • Mach die Gelenk- und Drüsenübungen.

Wer weiß, vielleicht schafft es ja jemand, drei Stunden und 36 Minuten völlig still zu sitzen. Ich wünsche dir Erfolg.

Unser Motto ist “YOGAḤ SAMADHIḤ”, also lass uns damit anfangen.
Allerdings wird es einige Unterbrechungen in deinem Streben nach Samadhi geben, weil Ahymsin-Wahlen anstehen, sodass aber trotzdem ein Platz für Samadhi erhalten bleiben wird.

Bring alles Nötige mit, damit dein Geist ‚suave‘ werden kann, und lass alles zurück, was das wunderbare ‚suave‘-Sein stören könnte. Dieses Mal bekommst du bei deiner Ankunft eine kleine Meditationsdecke, die du im Ashram benutzen und später mit nach Hause nehmen kannst. Bitte besorge dir gleich eine im Buchladen, sobald du angekommen bist.

An diesen Tagen wird unser Ashram wegen all der Veranstaltungen überfüllt sein. Wir werden Leute aus Platzmagel woanders unterbringen müssen. Bitte kündige dich so früh wie möglich an und schreib an ahymsin@ahymsin.org

Mögest du weiterhin lieblich sein,  madhu-manah.

Swami Veda Bharati,
ein unvollständiger Mensch, der weiter in des Gurus Ofen gebacken wird, wo Schüler gebacken werden.
April 2015

übersetzt von Sabine Strätger

Sonne

Die Initiation (Einweihung)

Was bedeutet Initiation? Man sagt, dass die Yoga-Praxis alle Ebenen unseres Seins zu einer Einheit verbindet. Auf ähnliche Art wirkt sich die Initiation auf alle Ebenen unseres Lebens aus: Physisch, psychisch und spirituell. Mal sehen, was Initiation auf jeder dieser Ebenen bedeutet.

Einweihung auf physischer Ebene
Auf körperlicher Ebene markiert das Initiationsritual einen Wendepunkt in deinem Leben. Durch die Einweihung wird jemand ein Schüler eines bestimmten Guru des Yoga und stellt sich selbst unter die direkte Vormundschaft seines spirituellen Meisters oder Lehrers, der den gleichen Yoga-Stil praktiziert. Gewissermaßen bedeutet initiiert sein, ein Teil der Familie zu werden, mit den Brüdern und Schwestern als Co-Initiierte und den Älteren als Lehrer.

Wie bei allen Ritualen werden der Initiator (der Lehrer) und der zu Initiierende (der Schüler) eine vorgeschriebene Zeremonie ausführen. In der Himalaya-Tradition sollte sich der Schüler oder die Schülerin vor dem Tag der Einweihung reinigen, indem er oder sie ein Bad nimmt, rein vegetarische Nahrung zu sich nimmt und Gelassenheit des Geistes pflegt. Zum Ritual bringt dann der Schüler oder die Schülerin dem Guru ein dakshina, eine Geldspende über einen bestimmten Betrag, mit und trägt saubere und bequeme Kleidung.

Am Ort der Einweihung sitzt der Schüler oder die Schülerin eine Weile in der Stille, bevor er zum Initiator/Lehrer gebracht wird, der sich in tiefer Meditation befindet. Der Lehrer mag den Schüler oder die Schülerin zur Meditations-Haltung und Entspannung anleiten. Dann flüstert der Lehrer ein Mantra ins rechte Ohr des Schülers oder der Schülerin und danach sitzen beide noch eine Weile in Meditation zusammen. Das Ritual endet mit einem Segen für den Schüler oder die Schülerin.

Einweihung auf energetischer Ebene
Auf der energetischen Ebene hat Einweihung zwei Aspekte. Es bietet uns einen Blick auf unser Ziel und hilft uns, die Praxis zu beginnen.

Normalerweise ist es so, dass die Gegenwart einer Person mit starken Emotionen in uns die gleichen Emotionen weckt. Beispielsweise könnten wir Angst empfinden in der Anwesenheit eines Menschen, der in Angst und Schrecken versetzt wurde durch die Nähe eines anderen, der äußerst wütend ist. Wenn das so ist, stell dir den Effekt vor, bei jemandem zu sein, der vollständig im Frieden ist. In der Gegenwart einer solchen Person zu sitzen, kann unsere Nerven für eine Weile beruhigen und einen Vorgeschmack auf einen anderen Seinszustandes geben. Dann können wir versuchen, selbst eine ähnliche Gelassenheit zu erreichen.

Über die eigene Zielsetzung hinaus gibt die Initiation einen Schubs in Richtung unseres Ziels. Es wird gesagt, dass uns durch die Initiation Energie aus der spirituellen Quelle zufließt. Deshalb wird weltweit in religiöser Kunst Einweihung als Lichtstrahlen dargestellt, die auf den Initianden fallen, oft von oben. In diesem Sinn ist die Einweihung ein Zündfunken, der unsere spirituelle Maschine zum Laufen bringt. Es bleibt schwierig, über all diese Aspekte der Initiation zu sprechen, weil sie etwas ist, das jeder Einzelne für sich selbst erfahren und erforschen muss.

Einweihung auf geistiger Ebene

Zusammen mit der Initiation auf körperlicher und energetischer Ebene beeinflusst Einweihung unseren Geist durch das Mantra. Das während der Initiation gegebene Mantra kann uns zu innerem Frieden führen. Und zwar so: Gewöhnlicherweise ist unser Geist mit zufälligen Gedanken erfüllt – einige schmerzhaft, andere angenehm. Wenn wir uns auf schmerzvolle Gedanken konzentrieren, empfinden wir Schmerz. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit den angenehmen Gedanken zuwenden, fühlen wir uns gut. Somit verursachen wir selbst angenehme oder unangenehme Gefühle, indem wir die jeweiligen auswählen.

Yoga nutzt diese Logik und geht einen Schritt weiter. Indem wir uns auf das friedliche Mantra konzentrieren, beruhigen wir Herz und Geist und erreichen eine Gelassenehit, die über Schmerz oder Vergnügen hinausgeht. Man sagt, dass das Mantra reiner Klang ist, der bestimmte Qualitäten in unserem Geist weckt. Genauso wie Musik haben verschiedene Mantren unterschiedliche Wirkungen. Das Mantra, das während der Initiation ausgesucht wird, gibt dem Initianten jene, die er benötigt.

Das Mantra, das wieder und wieder während des Tages und der Meditation rezitiert wird, hat Wirkung auf den Geist. Die Auswirkung von Rockmusik wird sich vom Hören sanfter Musik unterscheiden. Genaus ist das mit dem Mantra. Es ist wie ein Schlüssel; einer zum Zentrum unseres Seins. Durch fordauernde Mantrarezitation drehen wir den Schlüssel um.

Es gibt einen zweiten geistigen Effekt der Initiation. Auf dem spirituellen Weg ist es wichtig, unsere Fähigkeiten zu schärfen. Das bedeutet, den Teil unseres Geistes zu verfeinern, welcher Entscheidungen trifft und der in Sanskrit „Buddhi“ genannt wird. Mantrameditation verfeinert Buddhi, indem unsere Fähigkeit steigt, ungestörter Zeuge all dessen zu sein, was um uns herum passiert. Nach einer gewissen Zeit lernen wir, gewohnheitsmäßige Denkmuster zu beobachten und die Projektionen von der Realität zu unterscheiden. Auf diese Weise beeinflusst die Einweihung in äußerst vorteilhafter Weise.

Initiation auf spiritueller Ebene

Zu guter Letzt wirkt Einweihung auch auf spiritueller Ebene, indem sie uns der ultimativen Quelle allen Wissens öffnet, in Sanskrit „hiranyagarbha“ genannt, der Goldene Mutterschoß. Hiranyagarbha ist der unpersönliche innere Lehrer, die Gurukraft, aus der alle verkörperten Lehrer (ihr Licht) schöpfen. Die Einweihung verbindet uns mit dieser Gurukraft.

Aus Swami Vedas Blog, Februar und März 2015, übersetzt von Sabine Strätger

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Warum Seelenschmerzen?

Ich kranke wie eine Mutter krankt, die ihr kränkliches Kind im Arm hält.
Ich kranke am Leiden derer, die ich überall in der Welt geliebt habe. Genau wie Kinder wollen sie nicht hören.
Wenn unsere Gefühle wie Werkzeuge mit den Fähigkeiten eines Handwerkers benutzt werden, bleiben sie süße poetische Empfindungen und verwandeln das Leben wie Mondschein auf dem See. Wenn sie eine Schlinge um uns legen, einen Zügel um unseren Mund, und wir ihnen folgen und jedem ihrer Gesichter und Gezeiten nachjagen, zerschlagen sie uns. Sie werden zur Sucht mit allen Symptomen und Konsequenzen. Lös‘ Schlinge und Zaumzeug, mach!
Erkläre dich unabhängig von ihnen. Lass sie auf deine Komandos hören.
Warum läuft dein Ozean hinter Wellen her? Es gibt einen Ort in dir, der ein Reservoir an Kraft ist. Nimm davon wie ein Durstiger in der Wüste aus einer Quelle trinken würde! Wie? Hast du ‚wie‘ gefragt, als du vor Hunger das erste Mal gestillt wurdest? Was bedeutet das Geheule und ‚wie‘-Gerufe bloß, das ich überall höre? Das Wisssen ist doch in dir.
Ich wünsche dir, dass du deine Fülle genießen kannst, nicht die Leere. Mögest du in deinen Tiefen suchen und erfüllt sein.

Swami Veda, August 2011
mit freundlicher Genehmigung von AHYMSIN International, übersetzt von Sabine Strätger

mit freundlicher Genehmigung von AHYMSIN International

Yoga Jugend- und Kinder-Retreat vom 22. – 31. Dezember 2015 im Swami Rama Sadhaka Grama (SRSG), Rishikesh, Indien

Alle Eltern würden ihre Kinder gern mit geistigen Werten aufwachsen sehen, haben aber oft nicht die Möglichkeit, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Bisher hatten wir zwei Kinder-Retreats im SRSG mit Kindern jeden Alters, dabei war sogar ein 82-jähriges Kind namens Swami Veda Bharati!
Wir hatten eine großartige Zeit mit Stille, Lernen, Inspiration, Lachen und Spaß. Ein Elternteil hat 40 Bäume gespendet und die Kinder haben sie eingepflanzt und ihnen Namen gegeben. Kommt her und schaut euch das an!
Am letzten Tag versammelten sich alle Kinder um mich herum und fragten, ob wir nicht jedes Jahr solch ein Treffen haben könnten und ich habe zugestimmt. Und, wollt ihr eure Kinder dieses Jahr vom 22. bis 31. Dezember herschicken? Dann schreibt bitte an ahymsin@ahymsin.org oder childrensretreat@gmail.com

Swami Veda Bharati
Bild und Text mit freundlicher Genehmigung von AHYMSIN International
übersetzt von Sabine Strätger